EU-Parlament fordert bessere Lebensmitteletikette
24.06.2011 - Der Landwirtschaftsausschuss stimmte über einen Bericht zur Lebensmittelqualität ab. Besprechung der Reform der Nahrungsmittelkennzeichnung.
Quelle: EU
Parlament
Europäische Spezialitäten wie Büffelmozzarella, Champagner, Nürnberger Bratwürste oder Pilsner Bier sind weltbekannt. Um diese Bezeichnungen besser schützen zu können, stimmten EU-Abgeordnete im Landwirtschaftsausschuss für einen einfacheren Registrierungsprozess. Die EU-Kommission muss Registrierungsanfragen nun innerhalb von 6 statt von 12 Monaten bearbeiten.
Auch soll es den Herstellern leichter möglich sein, ihre Waren zu vermarkten. Eine Probe aufs Exempel gab es in der Kantine des Parlaments, gereicht wurden regionale Spezialitäten wie etwa Ardennen-Schinken oder Blauschimmelkäse aus der Auvergne. Im September wird das gesamte Parlament über die Vorschläge entscheiden.
Das perfekte Etikett
Nach einer Aussprache mit Journalisten beantworteten Abgeordnete des Landwirtschaftsausschusses auch einige Fragen unserer Leser. Viele Anfragen betrafen Lebensmittelsicherheit und eindeutige Lebensmitteletikette.
Über die Facebook-Seite des Parlaments fragte Anina, wie ein gutes Lebensmitteletikett in Zukunft aussehen könnte. Der Grünenabgeordnete Carl Schlyter aus Schweden erwiderte, dass es das ideale Etikett nicht geben könne. Zu unterschiedlich seien die Anforderungen der Verbraucher. Wichtig sei aber, dass die Informationen ausreichend seien, um Lebensmittelimitate zu erkennen.
Für den liberalen Abgeordneten Gerben-Jan Gerbrandy aus den Niederlanden sind vor allem Informationen für eine gesunde, salz- und fettarme Ernährung wichtig. Zuviel sei aber auch nicht zielführend, so der Brite Struan Stevenson von den Europäischen Konservativen und Reformern. "Mit so viel Information wären die Etiketten so lang wie Krieg und Frieden [Tolstois 1500-Seiten Werk]." Wichtig seien daher klare und leichtverständliche Etiketten.
Essen ist Bildung
Europäische Richtlinien müssten auch von Herstellern aus anderen Teilen der Welt eingeleitet werden, wenn sie ihre Nahrungsmittel in der EU verkaufen wollten, fügte die deutsche Berichterstatterin Renate Sommer von der Europäischen Volkspartei an. Gleichzeitig müsste aber auch Europa in der Lage sein, Gefahren wie etwa die aktuelle Ehec-Epidemie rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.
Abgeordnete, wie etwa die britische Sozialdemokratin Glenis Willmott [S&D, UK] wiesen darauf hin, dass dies nicht allein durch informative Etiketten machbar sei. Wichtig sei es, bereits in der Schule mehr über gesunde Ernährung zu erfahren. Hier seien aber vor allem die einzelnen EU-Staaten gefragt. <>




